Muss Mickey Mouse sterben?
Walt Disney’s Mickey Mouse spaltet die islamischen Religionsgelehrten. Der anthropomorphe Nager, seit Jahrzehnten Held von Comics und Gallionsfigur des Disney’schen Merchandising, ist für den ägyptischen Scheich Mohammed al-Munadschid ein “Agent Satans” und müsse deshalb getötet werden.
Die Scharia, das islamische Recht, schreibt vor, dass Mäuse ausgerottet werden müssen. Mäuse, unter anderem Überträger der Schwarzen Pest, gelten im Islam aufgrund der potentiellen Gesundheitsgefährdung, die von ihnen ausgeht, als unerwünschte Tiere, “Soldaten des Teufels”.
al-Munadschid, früherer Diplomat Saudi-Arabiens in den USA, ist der Überzeugung, dass das Gebot für reale Mäuse und Comicmäuse gleichermaßen gelte. Mickey Mouse sei der Grund, weswegen Menschen zu nett zu Mäusen seien.
Ganz anderer Auffassung ist hingegen die Predigerin Suad Saleh: Sie sagt, ein Erlass der Scharia müsse auf Wissen, Logik und Argumenten beruhen. Auch wenn es korrekt sei, den Krankheitsüberträger Maus nach der islamischen Lehre zu töten, wäre es unlogisch, eine fiktive Comic-Maus wie einen echten Nager zu behandeln. El Munadschids Auffassung, Mickey Mouse gebühre der Tod, hält sie für islamschädigend.
Nicht nur über Mickey Mouse ist der Todesbann verhängt worden, Jerry, die Maus aus der Comic-Serie Tom und Jerry, hat es gleichermaßen erwischt.
