Sind Hunde die besseren Menschen?

Auf einer Seite für Hundeartikel fand ich auf ein paar kleine Sätze, die mich nachdenklich gestimmt haben:

Why Dogs don’t live as long as People…

People are born so that they
can learn how to live a good life
– like loving everybody all the
time and being nice, right?”

“Well, dogs already know how to
do that, so they don’t have to
stay as long.”

Live simply. Love generously.
Care deeply, Speak kindly.
Leave the rest to our Gods.”

Brauchen wir wirklich Tiere, um von ihnen Menschlichkeit zu lernen, wo es doch das Tier ist, welches als roh und “dumpf” (das stammt von Kant!) gilt? Ist es das Tier, was uns von unserer eigenen Vertiertheit befreien soll, indem es Tier ist und bleibt , während wir die Wahl haben (im Guten wie im Schlechten)?

Ist es das Tier in uns, was tiefe, wahrhaftige, authentische, …, Gefühle erlaubt - oder uns ihre Ermangelung vor Augen führt - oder was uns klar macht, dass der Mensch dieser Gefühle nicht fähig ist?

Liegt die Menschlichkeit im Hund vergaben oder die Sehnsucht des Menschen nach einer besseren, reineren, menschlicheren Welt, die er im Tier zu finden glaubt?

2 Antworten zu “Sind Hunde die besseren Menschen?”

  1. andreea sagt:

    Schmu, das tierische, das dumpfe, im geschichtlichen Kontext mag es Kant zu verzeihen sein, ausserdem ist das Tier nun mal nicht mit Vernunft belegt - das ist für Kant ein sine qua non. Aber das Tier ist nicht “klug” nicht “vernünftig” nicht reflektiert - es ist wie ein Kleinkind das zur Welt kommt und zunächst nur einige Gefühlsregungen hat. Tiere bleiben aber so, liebend, ängstlich, sie sind selbst in ihrer Gier oder Brechenbarkeit nur “Kinder” und deshalb sehen wir in ihnen Gefährten.
    Leider sehen die Menschen zunhemend die Kinder nicht mehr als solche an und wenden sich ab, statt ihre Kinder und ihre Tiere gut zu behandeln stehen Haustiere im Vordergrund - sie sind unkomplizierter, weniger fordernd, die Liebe und Belohnung für den Herr kommt sofort zurück (das ist beim Menschen(skindern) nicht unbedingt der Fall…).
    Wir können nur subjektiv urteilen daher liegt es an uns etwas zu finden was wir in uns selbst verloren glauben. das Tier interessiert sich nicht für den Mneschne, es interessiert sich für seinen Gefährten. Die Kategorie ist nicht Mensch/Tier, sondern lieben/schützen oder eben nicht.
    Damit zeigt sich wie sehr die menschen mal wieder ihrer kleinen (peinlichen?!) eingeschränkten Subjektivität unterliegen, dabei ist der Mensch ja so toll! (Achtung Ironie.)

  2. andreea sagt:

    kant fordert aber die geltung des moralischen gesetzes für alle vernunftbegabten wesen, und da können wir theoretisch auch tiere bzw ökosysteme einbeziehen, denn auch natur per se ist “menschlich” da vernunftbeladen und irrational. dann wird seine moral für alle postuliert:
    “Denn mit welchem Rechte wir das, was viellicht mur unter den zufälligen bedingungen der menschheit gültig ist, als allgem. Vorschrift für jede vernünftige Natur in unbeschränkte Achtung bringen, und wie sollen gesetze der Bestimmung unseres Willens für Gesetze der Bestimmung des Willens eines vernünftigen Wesens überhaupt und nur als solche auch für den unsrigen gehalten werden, wenn sie bloss empirisch wären und nicht völlig a priori aus reiner, aber praktischer vernunft ihrern Ursprung nähmen?”
    in Grundlegung zur metaphysik der sitten…

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