Archiv für Mai 2009

Bis zu 600 Greyhounds in Todesgefahr

Donnerstag, 07. Mai 2009

In Australien wird erfreulicherweise eine Greyhound-Rennbahn geschlossen. Der Dachverband Greyhound Racing Victoria (GRV) teilte am 30.04.2009 mit, dass man nach dem 26. Juni keine Rennen mehr auf der Bahn des Wangaratta Racing Clubs abhalten könne. In der Region leben etwa 85 Trainer und bis zu 1.000 Greyhounds. Diese könnten nicht alle auf andere Bahnen umquartiert werden, so der Manager des Clubs, da sonst alle Hunde unter dem Massenandrang leiden, weil nicht alle im Rennbahnbetrieb genutzt werden könnten. Dies wiederum würde ein Training unökonomisch erscheinen lassen:

“If the dogs aren’t getting a run every week, there’s no point training them so they’ll be put into the greyhound adoption scheme. But there’s no way they’ll find new owners for 600 dogs — they’ll have to be put down.”

Grund für die Schließung ist laut dem Vorsitzenden des Dachverbandes, Ian Wilson, mangelnde Förderung der Greyhound-Industrie. Ein geplantes Joint-Venture sei nicht zustande gekommen, andere Finanzierungen seien unwahrscheinlich.

Für die australische Anti-Racing Bewegung ist die Schließung ein großer Schritt. Greyhound Action betont, dass selbst wenn diese 600 Greyhounds eine unsichere Zukunft erwarte, die Entscheidung richtig sei, weil der eingeschlagene Weg auf lange Sicht das Ende der Industrie bedeute – vor allem deshalb, weil die offiziellen Äußerungen (Zitat) den Unwillen der Industrie widerspiegelten, vernünftige Adoptionsprogramme zu etablieren.

Kommentar: Australien scheint weit weg – am anderen Ende der Welt. Doch viel besser sah die Welt auch nicht in England aus, wenn beispielsweise das größte Stadium des Landes geschlossen wird. Walthamstow, London, wurde zum 16.8.2008 geschlossen. Wo die ‘Stow-Hunde geblieben sind, ist bis heute nicht lückenlos aufgeklärt.

Greyhounds sind Wegwerfartikel

Montag, 04. Mai 2009

Es gibt bestimmt eine Stelle an eurem Hund, die ihr am allerliebsten streichelt. Bei mir sind es die samtig-weichen Öhrchen meiner Hündin. Die so lustig im Wind wackeln. Mit denen sie so komische Gesichter machen kann. Unvorstellbar, wenn einer käme und sie ihr abschneiden würde…

In Bedlington, Großbritannien, ist diese grausame Tat zum x-ten mal an einem Greyhound verübt worden. Man fand den schwarzen Rüden stark blutend, mit Isolierband an Füßen und Rücken gefesselt, auf einer Wiese. Nur dem Zufall ist es zu verdanken, dass er lebend gerettet werden konnte. Seine Ohren waren ihm abgeschnitten worden, um die eintätowierten Identifikationsnummern, die Renn-Greyhounds bei ihrer Registrierung beim Dachverband Greyhound Board of Great Britain bzw. Irish Greyhound Board bekommen, unkenntlich zu machen. Warum? Ganz einfach, weil die vierbeinige Rennmaschine keinen Cent mehr wert ist, sobald sie eine Zehntelsekunde zu langsam wird und kein Geld mehr einbringt. Oder eine Verletzung Geld kosten würde. Die Euthanasie, die die “RULE 18” der Rennregeln als “letzten Ausweg” anbietet, wenn eine Behandlung eines kranken Tieres unmöglich erscheint oder kein neues Zuhause (für 40.000 ‘überflüssige’ Hunde im Jahr? Ich lach mich tot) gefunden werden kann oder aus wirtschaftlichen Gründen - jaa, die soll ein Tierarzt vornehmen. 30 Pfund. Aber noch nicht mal diese Kosten sind diese Leute bereit, für ihre ausgebrannten Einnahmequellen auszugeben. Also wirft man den Hund ganz schnell weg und sorgt  noch dafür, nicht dabei erwischt zu werden.

Hier sind zwei Fotos, die die RSPCA von Dougie (so wurde der arme Kerl genannt) gemacht hat. Inzwischen befindet sich Dougie in veterinärmedizinischer Obhut und das Heilen seiner körperlichen Wunden macht Fortschritte.

Ich denke, die gerechte Strafe wäre es, dem Täter auch die Ohren abzuschneiden. Bei vollem Bewußtsein und ohne ihn dann medizinisch oder auch nur mitmenschlich zu betreuen. Einfach irgendwo gefesselt wegschmeißen. Nur verbieten unsere Gesetze Grausamkeiten dieser Art, so lange Menschen betroffen sind. Von daher kann man nur mal wieder an die Gesetzgeber und Verantwortlichen appellieren, doch endlich, endlich, endlich etwas gegen solche Täter zu tun.

Hier die Mail-Adresse des Welfare-Beauftragten des GBGB, Peter Laurie: welfare@gbgb.org.uk

Wer lieber mit ihm sprechen oder einen Brief schreiben möchte:

Peter Laurie (Welfare Officer)
Greyhound Board of Great Britain
Procter house
1 Procter Street
London
WC1V 6DW

Great Britain
Tel: 004420 7421 3770
Fax: 004420 7421 3777

Bitte helft.